Banished

Banished 1.0.3

Aufbaustrategie mit gnadenlosen Wintern, alten Menschen und einem Ziel: Überleben

Banished macht dem Spieler zum Anführer einer kleinen Gruppe Verbannter. Ein paar Werkzeuge und viele fleißige Hände müssen zum Überleben reichen und den Grundstein einer blühende Stadt legen. Ganze Beschreibung lesen

Vorteile

  • Jahreszeiten
  • alternde Bevölkerung
  • innovative Werkzeuge
  • hübsche Grafik
  • Beschleunigungsfunktion

Nachteile

  • für Anfänger schwerer Einstieg
  • einige Unklarheiten
  • Steuerung gewöhnungsbedürftig
  • kein Multiplayer

Gut
7

Banished macht dem Spieler zum Anführer einer kleinen Gruppe Verbannter. Ein paar Werkzeuge und viele fleißige Hände müssen zum Überleben reichen und den Grundstein einer blühende Stadt legen.

Was das Aufbau-Strategiespiel von ähnlichen Titeln wie etwa der Anno-Serie oder SimCity unterscheidet? Gebäude müssen nicht freigeschaltet werden, Menschen altern und sterben und außerdem setzen Jahreszeiten der jungen Siedlung zu.

Hier geht es zu unserem Tutorial: So bekommt ihr 30 Einwohner in 2 Jahren.

Kein Geld, dafür Jahreszeiten und alte Leute

Jagen, Bauen, Wachsen Zuerst errichtet der umsichtige Städtebauer einige Wohnhäuser und sorgt für genügen Brennholz und Nahrung. Mit der Zeit errichtet man einfache Wirtschaftskreisläufe: Ein Jäger erlegt Wild, das Leder verarbeitet der Kürschner zu Kleidung, die fleißige Arbeiter warm hält. Sind die Bewohner gut versorgt, kommt der Nachwuchs: Kinder werden geboren, gehen in die Schule und werden schließlich zu wertvollen Arbeitskräften, die verstorbene ersetzen.

Eine größere Bevölkerung verlangt öffentliche Gebäude wie Friedhöfe oder Kirchen, schafft aber auch neue Möglichkeiten. Ein Handelsposten bringt Zuchtvieh und Saatgut in die Stadt, die Stadthalle allerlei nützliche Informationen zu Produktion oder etwa Lebenserwartung. Außer den neuen Aufgaben bleibt auch die Balance der grundlegenden Rohstoffe mit der wachsenden Einwohnerzahl eine Herausforderung: Essen, Brennholz, Wohnräume, Kleidung und Medizin sind unbedingt nötig.

Bruch mit etablierten Regeln Über die Versorgung der eigenen Bevölkerung hinaus hat Banished kein Spielziel. Das Spiel erzählt keine Geschichte und bietet auch keinen Computergegner, Multiplayer oder eine Kampagne. Lediglich die Voraussetzungen der Karte lassen sich bestimmen: Welches Klima herrscht in der Welt, soll die Landschaft hügelig sein oder flach und wie viele Rohstoffe besitzt der Spieler zu Beginn. Die Auswahl bestimmt neben den visuellen Effekten auch die Schwierigkeit für den Spieler.

Zusätzlich bricht Banished mit einigen etablierten Aufbaustrategie-Regeln: Jahreszeiten etwa machen die Wirtschaft asymmetrisch; Obstbäume bringen einmal im Jahr Ernte. Alle Gebäude kann man schon von Anfang an bauen, die eigene Bevölkerung altert und stirbt. Außerdem verzichtet Banished auf Geld, wichtig für den Schaffer einer neuen Stadt sind lediglich ausreichende Ressourcen.

Unklarheiten und kleine Buttons

Und wieso? Banished nutzt im Vergleich zu anderen Aufbausimulationen zwar einfachere Wirtschaftskreisläufe, lässt aber viele Zusammenhänge unklar. Bis zum Bau der Stadthalle kennt der Spieler lediglich die Anzahl seiner Ressourcen - eine Übersicht zu den Produktionsabläufen oder der Effektivität von Gebäuden sucht man aber auch danach vergeblich. Auch die Tutorials erklären nicht alle Zusammenhänge: Arbeiten Lager zentral oder dezentral? Warum gehen Arbeiter um den Berg herum, wenn man dort aber keinen Weg bauen kann? Und in welcher Reihenfolge erledigen Arbeiter die Aufgaben? Die ausführliche Hilfe in Textform muss der Spieler selbst durchsuchen.

Neben einigen Unklarheiten bei der Spielmechanik nimmt Banished den Spieler auch nicht an die Hand. Fehler im Aufbau oder bei den Prioritäten bestraft Banished gnadenlos: Wer die Ernte verpasst, sucht die Pfirsiche vergeblich im Schnee. Fehlt ein Brunnen, dann brennt schon mal die ganze Stadt. Umliegende Gebäude abzureißen dauert zu lange. Das ist hart, macht aber Spaß.

Vorspulen und den besten Weg finden Andere Werkzeuge wie das Weg-Werkzeug sind innovativ und spannend: Um die Abläufe zu verbessern, überprüft man die Routen der Arbeiter. Ein kürzerer Weg steigert die Produktivität der Arbeitsgemeinschaft. Auch die Beschleunigungsfunktion hilft gegen Langeweile. Dagegen stolpert man auch das ein und andere mal über Bugs. Der liebe Bürger Arthurman etwa hat sich beim Holzhacken verlaufen und findet partout nicht mehr zurück. Nach mehreren Wintern ohne Nahrung verendete er.

Für viele Spieler ungewöhnlich: Banished lässt sich nicht allein mit der Maus steuern. Die Kamera dreht und schwenkt man mit der Tastatur. Für viele Funktionen bieten sich Shortcuts an, will man das Klicken durch mehrere Fenster vermeiden. Manches Mal kämpft man mit kleinen Buttons in vielen Fenstern oder kann die einzelnen Gebäude im Wald nur schwer finden, geschweige denn auseinanderhalten.

Hübsche Grafik, unnötiger Sound

Banished ist schön anzuschauen. Geschäftige Arbeiter laufen über den Bildschirm, Wild überquert einen Fluss und Fischer werfen die Angel aus. Dazu kommen die vier Jahreszeiten und Felder, auf denen man Saat, Wachstum und Ernte betrachten kann. Kleine Bugs fallen da nicht ins Gewicht.

Die Klangkulisse dagegen bewegt nur mäßig und nach wenigen Stunden Spielzeit kann man auf die Musik gut verzichten.

Fazit: Innovativ, spannend, nichts für Anfänger

Verbannt sein ist kein Spaziergang. Ohne große Hilfe und ohne viel Ressourcen friert man die ersten Winter. Nach und nach versteht aber man Zusammenhänge besser, entdeckt liebevolle Details und lernt Innovationen lieben.

Der herausfordernde Einstieg dürfte erfahrenen Spieler Spaß und Einsteigern Probleme bereiten. Die raue Spielmechanik passt zum Spielziel Überleben. Wer allerdings gewohnte Kost mit Multiplayer, Szenarien und etablierter Steuerung sucht, wird bei Banished nicht fündig.

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